Alle 100 Jahre wenn zu Vollmond ein Kind geboren wird, erlangt es von seinem Stammesgott die Kraft, ihm gleich zu sein. Um auf der Erde den Frieden zu halten. Doch es kommt die Zeit von drei Neugeborenen, drei Auserwählten - und einem Krieg!
 
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 Im dritten Mond.

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Scáthaigh
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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Di Okt 15, 2013 7:33 pm

[ Varu / Stamm der Wölfe / Lager ]

Die Traurigkeit die ihr entgegen schlug als sie in die Hütte trat, war erschütternd und Herz zerreissend. Tränen übersäte Gesichter sahen zu ihr auf, nahmen sie aber nicht wirklich war. Sofort wurde Varu's Herz schwer als sie Lewis neben seiner Schwester entdeckte und ihre Hand hielt. Sie sah schrecklicher aus als sonst. Ihre blasse Haut war spröde und rissig und sie war so mager und dünn. Seit Tagen aß sie nicht mehr wirklich viel. Auch ihre Wangen waren eingefallen und die Augen trüb vor Schmerz und Kummer. Varu erkannte sofort, Shina hatte aufgegeben zu Leben. Ohne das sie es zurück halten konnten, traten auch ihr die Tränen in die Augen und sie schritt ein wenig näher. Ihre Freundin sah sie an und versuchte zu Lächeln, was aber bei einem Versuch blieb. "Va..ru" Nun brach bei ihr endgültig das Fass und Tränen rannen über ihre Wangen. "Oh Shina" sie lief zu ihr und schlang die Arme um sie. Sie ignorierte die aufschreie der anderen Personen in der Hütte. Sie wusste, sie ging gerade das Risiko ein Shina viele schmerzen zu bereiten, doch sie wollte sie einfach nur ein einmal in ihrem Arm halten. "Warum" schluchzte sie. "Warum hast du aufgegeben. Warum bist du so egoistisch und lässt Lewis alleine, lässt mich alleine" Seit Tagen schob Varu diese Begegnung auf. Doch nun war der Augenblick gekommen. "Es...tut... mir ... leid" Man hörte heraus wie schwer es dem Mädchen fiel zu sprechen. Varu schüttelte den Kopf. "Hör auf dich zu entschuldigen" ihre Stimme brach und weite Tränen rannen über ihr Gesicht. "Wollest du deshalb das ich kam, das du dich entschuldigen kannst?" Die Auserwählte sah nur noch alles verschwommen. "Nein..., ich... wollte... dir etwas ... geben" erwiderte Shina und griff zitternd an ihren Hals und nahm die kleine Bernsteinkette ab. "Sie ... soll. auf.. dich .. aufpassen" Sie reichte die Kette Varu und diese nahm sie ehrfürchtig entgegen. Diese Kette war immer der größte Schatz ihrer Freundin gewesen. "Danke... das ... du... noch gekommen bist" Die Augen von Shina blickte schon in die Ferne, sahen etwas anders. Etwas was den sterblichen immer verborgen bleiben würde.
Der Körper des kranken Mädchens erzitterte und sie holte ein letztes Mal Atem, bevor sie dann zurück in das Bett sank und ihr Herzschlag für immer stumm wurde. Im selben Moment konnte man weit draußen im Wald einen Wolf heulen hören. "Shinaa!" Die verzweifelten Worte von Lewis, die Schreie der Personen im Raum, machten Varu klar. Shina war zu Scáthaigh heimgekehrt. ~ Pass gut auf sie auf, ich bitte dich ~ Fest umklammerte sie den Bernstein, der mit einem Mal ihre Haut zu verbrennen schien.
Die Auserwählte konnte es nicht mehr ertragen in denselben Raum zu bleiben, sie wusste sie sollte zu Lewis gehen, ihn in den Arm nehmen und ihm Trost spenden, doch das konnte sie nicht. Sie konnte niemanden in die Augen sehen, sie brauchte jetzt nur sich alleine und ihre Gedanken. Die letzten Tränen liefen über ihre Wangen und dann versiegelten sie. ~ Shina hatte ihr Leben aufgegeben, du konntest nicht daran ändern. Auch Scáthaigh konnte nichts daran ändern ~ Kalte Nachtluft schlug ihr entgegen als sie aus der Hütte rannte, aber sie genoss die Kälte die sie nun umschloss. Es war als würde sie die Leere in ihrem Herzen füllen.

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Eome

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Di Okt 15, 2013 8:23 pm

Eome & Ule/ Stamm des Tigers /Im Busch

"Was ist?", fragte Eome nach dem sie tiefer in die Dunkelheit geirrt waren. Ule sah sie nicht an. Er dachte nach und er tat Eome fast leid. Der arme Junge wollte sie zwei nur schnell ins Dorf bringen und jetzt hatte er sich verlaufen. Sein Gesichte war immer noch blas und er hatte Augenringe. Auch seine Muskeln - konnte Eome sehen - waren durchgehend angespannt. ~Ich hoffe er kippt nicht um.~ Sie blieb stehen und legte eine Hand auf seinen warmen Arm.
"Ule,", sagte sie mit ruhiger aber eindringlicher Stimme, die ihn zwang stehen zu bleiben. Jetzt sahen sie sich an und Eome konnte es in seinen Augen sehen. Die Angst. Sie sah das er unter der Anspannung zitterte. Aber wovor hatte er solche Angst?
"Ule, wir können doch hier bleiben." sie lächelte ihn aufmunternd zu. Ule runzelte nur die Stirn, er verstand nicht... oder wollte nicht verstehen.
"Wir können uns über die Nacht ein Versteck suchen.", erklärte Eome mit der gleichen ruhigen Stimme. "Jetzt sehen wir sowie so nichts mehr. Es ist unmöglich noch zurück zu finden!"
Unter ihrer Hand lockerten sich die Muskeln. Ule ließ den Kopf hängen und stöhnte.
"Ist gut." Mit einer Hand wischte er sich über das Gesicht.
Er musste unglaublich müde sein, kam es Eome in den Sinn. ~Wie lange war ich eigentlich bewusstlos? Und es musste ihn auch viel Kraft gekostet haben mich aus dem Fluss zu ziehen.~ Sie legte den Kopf schief und schaute ihn von unten herauf mit einem mitleidenden Blick an. Ja, er war müde!
Sie ging voraus durch die Bäume und über kleine Farnbüschel und fand eine Grube zwischen zwei Bäumen, war wie für sie beide geschaffen. Mit Stöcken und Lianen bauten sie zwischen den Stämmen schnell eine Wand auf und deckten sie mit Rinde und Moos ab. Durch die gleiche Technik bauten sie schnell ein schräges Dach über die Grübe. Und nach einer Stunde war ein kleiner Unterschlupf entstanden.
Ule saß vor dem winzigen Eingang über einem Stapel Holz und trockenem Gras gebeut. Eome legte gerade ein weiters Bündel neben ihm ab und setzte sich. Ule drehte das kleines Holzstück flink in der Mulde eines Scheitels mit Stroh. Immer weiter und schneller bis Rauch aufstieg. Dann bückte er sich und blies von der Seite vorsichtig hinein. Zuerst rauchte es mehr, aber dann sprang ein Funke auf und das Stroh fing Feuer. Sorgfältig hob Ule das Nest hoch und steckte es unter ein Zelt aufgestapelten Holzes und schon brannte das Lagerfeuer und spendete Licht und Wärme.

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Scáthaigh
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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Mi Okt 16, 2013 4:24 pm

[ Varu / Stamm der Wölfe / Wald ]

Es war alles dunkel um sie herum, doch sie blieb nicht stehen. Sie musste laufen, immer weiter, sie durfte einfach nicht stehen bleiben. Der Versuch vor dem Schmerz davon zu rennen, war so kläglich als würde man glauben, wenn man die Augen schließt wäre alles vorbei. Doch so war es nicht. Der Schmerz verfolgte Varu, so weit sie auch rannte und auch wenn ihre Lungen brannten und um eine Pause baten blieb sie nicht stehen. Sie verspürte den Drang, erneut zu weinen. Doch keine Träne kamen, nur bittersüßer Schmerz machte sich breit. Erst als ihre Beine sie nicht mehr tragen konnte, blieb sie stehen. Keuchend und am Ende ihrer Kräfte lehnte sich Varu an den Baum der in ihrer Nähe war. ~ Warum, warum hatte das alles geschehen müssen? Warum all dieser Schmerz? Kann mir das nicht jemand sagen. War ich schuld daran? Sie ist nur wegen mir in den Wald gegangen, nur wegen mir hat sie der Bär angegriffen, und doch hatte sie mir nie die Schuld gegeben. ~ Ein Schluchzen entrang der Kehle des Mädchens und sie vergrub ihr Gesicht hinter ihren Händen. Am liebsten würde sie nie mehr zurück kehren und einfach hier im Wald sterben genauso wie Shina, aber sie wusste sie durfte nicht davon rennen. Nicht schon wieder, sie musste für Shina leben. Aber wenn es doch so schwer war. Genauso fürchtete Varu auch den Tod, selbst jetzt wo sie doch wusste das sie zu Scáthaigh zurück kehren würde.
Langsam hob Varu wieder den Kopf und sah auf die Kette die sie noch immer fest umklammert in der Hand hielt. Es war der einzige Gegenstand der sie jemand als ihre Freundin erinnern würde. Der Rest würde alles verbrannt werden, wie es der Brauch sagte. ~Es wäre als würde man sie ausradieren mit alle dem Feuer, es ist als hätte sie nie existiert. ~  Dieser Gedanke schmerzte nur noch mehr. Mittlerweile war es so dunkel, das man kaum die Hand vor den Augen sehen konnte, aber das störte sie wenig. Vor dem Morgen würde sie nicht zurück gehen, selbst wenn man sie suchen würde. Hier würde sie niemand finden, an dem Ort von dem nicht einmal sie wusste wo genau er sich befand.
Langsam wurde der Kopf von Varu immer schwerer, doch als sie Pfotenschritte hörte riss sie ihn hoch und sah sich mit wachsamen Blick um. "Wer ist da?" fragte sie leise, doch sie bekam keine Antwort, sondern spürte nur Fell neben sich und sah in bernsteinfarbene Augen. Erleichtert stieß Varu die Luft aus als sie Noir erkannte die sich zu ihr gesellte. Schnell und sanft strich sie der Wölfin über das Fell. "Danke das du hier bist" So fühlte sich das Mädchen gleich viel sicherer und ließ es zu das ihre Augen zufielen. Ein letztes Schluchzen war zu hören bevor Varu in seinen unruhigen Schlaf sank.

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Sentaku

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Mi Okt 16, 2013 5:00 pm

Sentaku/Stamm der Drachen/Dorf

"Du besitzt mehr Kraft, als irgendein Auserwählter vor dir und Zet weiß nun mal nicht, wie weit du gehen würdest. Er vertraut dir nicht ganz."
Sentaku lachte freudlos auf: "Als wäre das mal was Neues." "Du verstehst nicht. Er vertraut dir nicht, weil er Angst hat, du könntest jemanden oder dich selbst verletzen. Nein, er hat Angst, weil er noch nicht weiß welche Kraft. Ich habe ihm nichts gesagt und das wird auch so bleiben, denn das wird unser kleines Geheimnis sein, verstanden?" Obwohl der Druck auf ihren Körper nachließ, konnte sie nicht anders, als in seine Augen zu sehen und zu nicken. "Gut", er nickte auch und zog sie langsam zu sich heran. Er legte ihr seine Hände um den Hals, drückte aber nicht zu. Es war nur eine leichte Berührung, die sie kaum zu vernehmen mochte. Dann spürte sie eine Eiseskälte ihren Hals entlang und erstarrte erneut. "Es ist bald vorbei", murmelte er unter zusammen gebissenen Zähnen. Anscheinend kostete es ihm eine immense Kraft. Nach ein paar schmerzhaften Sekunden, keuchte er auf und zog seine Hände wieder zurück. Sentaku füllte ihre Lungen mit Luft, nicht wissend, dass sie sie die restliche Zeit angehalten hatte. Während sich ihre Atmung wider beruhigte, stand Marlù auf und ging zum Bett hinüber. "Ich werde dafür sorgen, dass Zet zu dieser Versammlung geht, dann haben wir genügend Zeit zum Trainieren." Er setzte sich hin, seine Stimme wieder kalt und distanziert. "Was hast du mit mir gemacht?", Sentaku griff sich an ihren Hals, an dem nun auf beiden Seiten drei Narben prangten. "Dir deine Kraft gegeben." "Aber damit werde ich doch noch mehr verachtet! Warum tust du das?"
Er sah sie ungerührt an: "Das sind deine Probleme. Ich habe Wichtigeres zu tun, als auf deine Stellung im Dorf zu achten. Ich komme wieder, wenn Zet weg ist. Sag niemanden etwas und du gehst zu Mittag immer in die Trainingsschlucht und meditierst."
Sie sah ihn verblüfft, aber auch wütend an. Was bildetet der sich bitte ein? "Wa-?" Doch er hatte sich schon auf das Bett gelegt und die Augen geschlossen.
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Eome

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Mi Okt 16, 2013 6:58 pm

Eome & Ule/ Stamm des Tigers /Im Busch

Um sie herum hatte sich eine Mauer aus Schatten erhoben. Sie waren in einer Urne aus Dunkelheit. Der Schein des Feuers warf ihre langen Schatten auf die Baumstämme in der Nähe und sie tanzten darauf, wie die Flammen im Feuer. Eome's Kleid war wieder trocken, sie hatte ihr Lederkorsett um ihre Taille aufgeschnürt und es über einen Ast gehängt. Die Beine zu sich gezogen und das Kinn auf den Knien, beobachtete sie, wie Ule's Haut sich mit der Nacht vereinte und wie die kleinen Schatten auf seinem Gesicht zuckten. Es wirkte irgendwie fremd. Seine schwarzen Augen waren starr auf die Flammen gerichtet. Er hatte auch die Beine abgewinkelt und die Arme darum geschlungen. ~Was er wohl dachte?~ fragte sich Eome besorgt
Hinter ihnen sangen die Klänge des Dschungels ihre Lieder. Der Wind rauschte durch die Farne und Blätter, die Grillen hüllten sie mit ihrem Surren ein, irgendwo in der Ferne schrieen Schimpansen und in einem regelmäßigen Abstand kreischte ein Eule von irgendeinem Ast herab.
Nachts war es gefährlich im Busch. Viele Tiere gingen jetzt auf die Jagd.
Eome wollte zu ihrem Bogen greifen, aber der war beim Sturz vom Wasserfall zerbrochen. Ule hatte seinen Speer auch nicht dabei. Sie waren unbewaffnet und geschwächt, ein leichte Beute. Trotzdem hatte Eome das Gefühl, dass sich kein Raubtier ihnen nähern würde. Es war eine blinde Gewissheit. Takacura wachte über sie und die Herrscherin des Buschs würde nicht zu lassen das ihr etwas widerfährt. Und sie würde nicht zulassen, dass Ule etwas widerfährt.
Zum hundertsten Mal fragte sich Eome, warum Ule so nett zu ihr war. Nicht dass die anderen in ihrem Volk nicht nett waren, aber Ule behandelte sie wie… wie einen Menschen. Mit ihm hatte sie gelacht und geweint. Und während das Dorf sie wie die Göttin selbst anbetete, gab er ihr das Gefühl menschlich und normal zusein. Er hatte so viel für sie getan und sie musst immer mehr von ihm verlangen. Eome hatte Angst, dass er irgendwann denken würde, dass sie ihn nur ausnutzen wollte. Wenn er sich von ihr abwenden würde, wüsste sie nicht, was sie dann täte. Auch jetzt musste sie Ule wieder viel mehr zumuten als sie wollte. Sie kannte den Weg zurück. Sie kannte den Busch wie kein andere. Jeden Stein jeden Farn und jeden Baum, aber noch wollte sie nicht zum Stamm. Noch wollte sie ihre Aufgabe als Auserwählte nicht annehmen. Sie wollte nur einen einzigen Moment. Einen einzigen Moment, fern von allem. Einen einzigen Abend. Jetzt möchte sie mit einem Freund hier sitzen und leben. Morgen konnte sie dann wieder sich von jedem ihr Leben bestimmen lassen. Aber jetzt gehörte ihr Leben nur ihr!

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Scáthaigh
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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Do Okt 17, 2013 7:07 pm

[Varu / Stamm der Wölfe / Wald ]

Etwas knackte mit einem Mal ganz Nahe bei ihr und sie schreckte auf. Schon immer hatte sich das Mädchen angewöhnt nicht tief zu schlafen, wenn sie im Wald übernachtete, denn die Nacht barg viele Gefahren. Instinktiv suchte sie nach einer Waffe, merkte dann aber, dass sie ja ohne wirklich etwas aus dem Lager stürmt war. Noir war noch neben ihr und hob nun ebenfalls den Kopf und sah sich um. Es war klar, etwas war hier, doch die Frage war nur was. Wieder ein knacken, doch diesmal konnte man auch schwere Pfotenschritte vernehmen. Schritte von einem großen und mächtigem Tier. ~ Ein Bär ~ schoss es Varu sofort in den Kopf und sie sah sich ängstlich um. Wenn es wirklich dieses große Raubtier war, dann war sie ohne einer Waffe ziemlich ausgeliefert. Das Fell der Wölfin neben ihr sträubte sich genauso und ein tiefes Knurren hallte durch den sonst vollkommen stillen Wald. Auf Varu's Haut bereitete sich eine Gänsehaut aus und in ihren Augen stand die blanke Angst geschrieben. Sie betete das es kein Bär war, doch mit ihrem Glück war das wohl nicht gerade hilfreich. Und tatsächlich keine Minute später kam ein mächtiger Braunbär aus dem Gebüsch und stieß ein Brüllen aus, das durch Mark und Bein ging. Varu schnappte nach Luft und stolperte ein paar Schritte nach hinten. "Wir müssen weg Noir, schnell" rief sie laut und sah ihre tierische Freundin gehetzt an. Als würde Noir all ihre Worte verstehen drehte sie sich um und lief durch das Unterholz dicht gefolgt von der Auserwählten. Aber leider hatte der Bär sie entdeckt und folgte ihnen. Er schien sehr hungrig zu sein. ~ Noch schlechter für uns ~
Blind stolperte Varu durch die Nacht, versuchte voran zu kommen aber die Gefahr kam immer näher. Ihr Körper wurde heiß und sie glaubte wieder sie würde zerreißen. Dieses Gefühl verfolgte sie schon so lange doch noch immer wusste sie nicht warum. ~ Hat das etwas mit den Fähigkeiten zu tun? ~ fragte sie sich dann einen Moment. ~ Okey ich habe gerade andere Sorgen als das ich an das denken sollte ~ fast hätte sie laut gelacht, doch das wäre in dieser Situation nicht gerade angebracht gewesen. Gehetzt sah sie sich nach einem Versteck um. Irgend etwas wohin der Bär nicht kommen konnte. Doch dann geschah es, Varu übersah eine Wurzel und ihr Bein blieb daran hängen. Ein Schrei drang aus ihrer Kehle als der Boden nahe kam und sie unsanft darauf landete. Ihre Hände brannten und sie wusste, sie musste sie sich aufgeschürft haben.  Die Schritte kamen Näher und dann konnte sie heißen Atem an ihrem Rücke spüren. ~ Ist es jetzt vorbei? ~ Sie schloss die Augen, wartete auf die tödlichen Klauen oder den Biss der ihr Leben beenden würde. Aber er kam nicht, 5 Sekunden vergingen, dann weitere 10. Nichts geschah. Langsam drehte sie sich um. Und ihre Augen weiteten sich vor Überraschung und vor grausamen Schock. ~ Nein, nicht nicht noch jemand ~

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Eome

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Fr Okt 18, 2013 7:51 am

Eome & Ule/ Stamm des Tigers /Im Busch

Ule berührte sie an der Schulter. Aus ihren Gedanken gerissen sah Eome zu ihm auf.
"Komm rein.", sagte er. Seine Stimme war wie ein Stein in dem Fluss aus naturalistischen Klängen. Er half Eome hoch und sie schlüpften in das Holzzelt. Von Außen beleuchteten die letzten Flammen vom Lagerfeuer das Innere des Zeltes. Ule legte sich in eine Seite der Grube und Eome neben ihn. Das Moos unter ihnen war kühl, aber weich genug um bequem zu liegen. Es roch stark nach feuchtem Holz und Gras und das Feuer außen knisterte hin und wieder.
"Wie geht's deinem Gesicht und einen Schultern?" Ule redete leise neben ihrem Ohr.
Eome strich mit den Fingern über ihr linkes Schlüsselbein. Immer wenn sie ihre Haut berührte brannte ihre ganze Schulter. Auf ihren Wangen fühlte sie auch, dass es bei jeder Bewegung leicht pochte.
"Tut weh." antwortete sie knapp und veränderte ihre Lage. Ihr Kopf lag jetzt auf Ule's Brust und sie spürte sein Kinn auf ihrem Scheitel. Die Hände hatte sie auf ihrem Bauch verschränkt. Genau so hatten sie schon als kleine Kinder immer geschlafen, wenn Ule in der Schamanenhütte übernachtet hatte. Das war immer sehr witzig gewesen. Sie hatten sich Gruselgeschichten erzählt und mit Manakka's Zeug gespielt.
"Es tut mir leid." Das Kinn drückte bei jedem Wort auf ihre Haare.
"Warum entschuldigst du dich? Es war nicht dein Entscheidung und du hättest nichts tun können." Eome starrte auf die Umrisse ihrer Finger. Das Feuer draußen wurde immer schwächer.
"Ich hätte es immer hin versuchen können. Vielleicht hätte ich … "
"Was?" unterbrach Eome ihn. "Vielleicht hättest du was? Vor den Ältesten und den Aoden Wiederspruch geleistet? Das hätte auch wirklich viel gebracht." meinte sie sarkastisch "Denk einfach nicht weiter darüber nach. Du hast es hinter dich gebracht, und ich muss es auch hinter mich bringe…. Außerdem, der Schmerz wird ja wieder aufhören, oder?"
Eine Pause entstand, in der das Feuer komplett ausging und sich die Schwärze wie eine Decke über sie und das Mooszelt legte. Eome hörte Ule atmen und fühlte wie sich ihr Kopf mit seiner Brust gleichmäßig hob uns senkte. Kurz fragte sie sich ob er vielleicht schon eingeschlafen war. Wundern würde es sie nicht.
"Ja.", war alles was er schließlich verschlafen murmelte.
Eome drehte sich auf die Seite und kuschelte sich enger an den warmen Oberkörper. Sie schloss die Augen. Jedenfalls glaubte sie, dass sie sie geschlossen hatte. Es war so dunkel, man konnte nicht unterscheiden ob die Augen offen waren oder zu. Schwach fühlte Eome noch einen starken Arm, der sich um sie legte, dann schlief sie ein.

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Fr Okt 18, 2013 7:06 pm

Sentaku/ Stamm der Drachen/ Trainingsschlucht

"Du konzentrierst dich nicht", ermahnte Zet sie vom Ufer aus. Sie grummelte nur, rutschte ein bisschen auf dem Platz herum, um es sich gemütlicher zu machen und seufzte tief.
"Sollten wir nicht mal aufhören? Wir sind schon seit Sonnenaufgang hier." Sentaku, die seit Stunden auf einem Felsen saß, der mitten im reißenden Fluss lag, sah ihren nicht-mehr-Trainer-und-trotzdem-ist-er-da an. Diesmal seufzte er: "Zuerst schleppst du mich aus meiner Höhle und willst unbedingt meditieren üben und dann das?" Dabei fasste er sich an seine Schläfen und unterdrückte ein Gähnen. Sie sah ihn an und bemerkte die tiefen Augenringe. Zet konnte sich an nichts erinnern, was gestern geschehen war und dafür war sie dankbar. Dennoch konnte sie das Gefühl nicht loswerden, dass er etwas wusste, auch wenn es noch so wenig war. Kopfschüttelnd stand die junge Auserwählte auf und sprang wieder an das Ufer, natürlich nicht, ohne beinahe ins Wasser zu fallen. Um schnell das Thema zu wechseln fragte sie ihn: "Wann gehst du zu der Versammlung?" Beide setzten sich in Bewegung und gingen wieder zurück in ihr Dorf. "Es findet morgen Abend statt, also werde ich heute Nacht losgehen. Dabei wird mich ein Krieger begleiten, aber die Ältesten werden hier bleiben. Sie sind zu schwach für eine solch lange Reise." Sentaku nickte und stimmte ihm somit zu. "Wirst du auch mitkommen? Es wird nämlich auch um dich gehen." "Nein, ich werde hier bleiben und trainieren. Überhaupt gehört es immer noch zu meiner Aufgabe, das Dorf zu beschützen, auch wenn nur wenige das akzeptieren." Nach einer nicht so unbequemen Stille fragte sie: "Wer wird dich denn begleiten?"
Sie durchquerten die Schlucht, in der die meisten Wege zu den Höhlen abzweigten. "Cinta wird mitkommen. Er ist der Einzigste, bei dem ich mir sicher sein kann, dass er in keine Falle tritt oder unnötigen Ärger verursacht." Sentaku grinste, ein seltenes Gefühl, und stimmte ihm wieder zu. Traurig aber wahr, Cinta war hier einer der Klügsten Jäger. Beide hielten an der Abzweigung zu Zets Höhle und sahen sich an. Zet, der einen halben Kopf größer war als sie, lächelte und meinte ganz gelassen: "Ich bin nicht mehr dein Trainer, Sentaku. Ab heute sind wir Freunde, bitte vergiss das nicht." Sentaku? Sie sah ihn mit großen Augen an. "Was?" "Wir sind ab heute Freunde....naja, nur, wenn du dagegen nichts hast." Er lächelte immer noch, seine stechend grünen Augen auf sie gerichtet. Immer noch wie erstarrt, weil er sie das Erste mal mit ihrem richtigen Namen angesprochen hatte, nickte sie nur und er ging. Später in ihrer Höhle lag sie auf ihrer Matratze und dachte über die Bedeutung des Wortes 'Freund' nach.
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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   So Okt 20, 2013 8:12 pm

Eome & Ule/ Stamm des Tigers /Im Busch

Eome riss erstaunt die Augen auf. "Oh! Hast du das selbst gemacht? Sie ist einfach wunderschön." Mit den Fingern fuhr sie über  die Holzblüte.
"Das ist eine Malvenblüte." erklärte Manakka und legte die Kette Eome um. Sie band sie eng anliegend und die Holzblüte schmiegte sich in der Mulde unter Eome's Hals.
Kaum hatte die Holzblüte ihre Haut berührt, durchzuckte Eome ein Blitz und sie schnappte nach Luft. Die Sonne schien jetzt unglaublich hell durch die riesigen Farnblätter. Vor ihr stand nicht mehr Manakka. Eome lief mit einem Schlag weiß an und trat  einen Schritt zurück. Der Tiger blieb stehen wo er war und sah sie mit ruhigen Augen an. Dunkelbraun wie cremige Schokolade.  Es war ein schönes Tier. In der Sonne glänzte sein rötliches Fell wie Kupfer und die schwarzen Streifen lagen wie Schatten auf seinem Rücken. Er war groß - größer als alle andere Tiger, die Eome bisher gesehen hatte. Er war mit ihr auf Augenhöhe und…irgendwoher kannte sie ihn. Sie wollte auf ihn zu gehen, aber traute sich nicht. Der Blick des Tieres ruhte auf ihrem, ruhig wie ein Blatt auf der Oberfläche eines Sees, an einem windstillen Tag. Da hallte Takacuras Stimme durch den Busch. Ihr Echo überschlug sich fast mit dem was sie sagte. Obwohl es immer nur das selbe Wort war: Malve, Malve, Malve, Malve, Malve, Malve… Eome sah sich um. Die Göttin war nirgendwo zusehen. Sie machte noch einen Schritt zurück und suchte nach einer Richtung in die sie gehen konnte ~Das ist verrückt!~ Die Stimme hörte nicht auf  zu rufen. Es schienen mehr zu werden, ein Chor aus hallenden Stimmen sangen nun und fluteten den Dschungel. Eome hielt sich die Ohren zu aber es brachte nichts, die Stimmen sangen in ihrem Kopf weiter. Jetzt hörte es sich auch gar nicht mehr nach Takacura an, eher wie greller Sirenengesang und sie riefen es immer höher und schneller. Malve, Malve, Malve, Malve, Malve… Ihr Kopf drohte zu platzen, sie konnte nicht mehr klar denken und die Augen des Tigers sahen sie immer noch so ruhig an, als würde er nichts von dem hören.  Er verharrte wie eine Statue und das machte aller nur noch schlimmer! In der Luft brach das Chaos aus, doch die Erde stand still. Das alles schlug gegen Eome's Schädel. Sie fiel auf die Knie und hielt sich weiter die Ohren zu.
"HÖRT AUF!!!", rief sie verzweifelt und stöhnte. Nägel von Schmerz bohrten sich in ihre Stirn. "Hört auf, bitte! Seit still! Sie warf ihren Kopf hin und her, bohrte ihre Fingernägel in die Haare. Die Stimmen wurden immer lauter und lauter. Das was sie riefen konnte man überhaupt nicht mehr verstehen. Nur mehr ein schrilles Raunen schmetterte durch den Busch.
Eome schrie so laut sie konnte um den Lärm zu übertönen, dann war mit einem Mal alles schwarz. Wie ein Vorhang der fiel und die Szene auf der Bühne fror plötzlich ein. Die Stille nach dem Chaos kam als merkwürdiges Geräusch.

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Mo Okt 21, 2013 5:42 pm

Sentaku/Stamm der Drachen/Spitze des Berges

Die junge Auserwählte ging schon los bevor sie die Sonne am Horizont erkennen konnte. Zet war schon lange weg, genauso wie Cinta und Sentaku hatte nun Zeit für sich selbst. Eher gesagt zum Trainieren mit einem Gott. Doch von diesem war Nichts zu sehen. Nun stand sie an der Spitze des höchsten Berges des Gebirges und sah der erwachenden Sonne entgegen. Sie fühlte, wie Energie sie durchflutete, nahm dankend die Wärme auf, die sie von der Kälte der Höhlen ablenkte. Für die nächste halbe Stunde stand sie nur da, aber daher niemand kam, entschied sie sich zu meditieren. An der Spitze lag noch ein bisschen Schnee des letzten Winters, doch das machte ihr nichts aus. Tief ein- und ausatmend saß sie da und spürte eine Weile später die Präsenz von jemand anderen, doch sie wagte nicht ihre Augen zu öffnen. "Nicht schlecht", hörte sie ein schwaches Murmeln neben ihrem Ohr. Sie schreckte nicht zurück, als ein heißer Atem ihren Nacken streifte. Weiches Fell streichelte ihren Rücken und an dieser Stelle blieb eine angenehme Hitze zurück. Der Schatten verharrte rechts von ihr und Sentaku verfiel wieder in ihre innere Ruhe, freudig über die angenehme ruhige Gesellschaft, auch wenn derjenige ein völliges Arschloch sein kann.
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Scáthaigh
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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Di Okt 22, 2013 7:03 pm

[ Varu / Stamm der Wölfe / Wald ]

Mit vor Schok geweiteten Augen blickte sie zu Noir die sich dem Bären entgegen geworfen hatte. nNein das darf nicht sein, dass kann nicht wahr sein, das das ist unmöglich. Scáthaigh du kannst unmöglich so grausam sein!n Nun kamen wieder die Tränen, von denen sie gedacht hatte sie wären endlich versiegelt. Warum musste immer so viel auf einmal passieren? Warum konnte die Welt nicht für einen Moment den Atem anhalten und ihr Zeit geben das alles zu verarbeiten. Sie spürte förmlich wie ihr Herz zerbrach und in tausend Stücken am Boden aufkam. Der Bär war noch da, doch er schien das Interesse verloren zu haben, da sich seine Beute kaum mehr bewegte. ~Bitte geh einfach weg, lass uns in Ruhe ~ diese Worte hätte Varu am liebsten geschrien, doch sie wusste sie hätte sonst nur die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt und das wollte sie nun auch nicht. So blieb ihr keine andere Wahl als in schmerzhafter Ruhe abzuwarten. Noch immer lag ihr Blick auf der Wölfin die sie beschützt hatte, eine lange Wunde zog sich über deren Seite und sie lag mit geschlossenen Augen da. ~Noir, verlass mich nicht, nicht du auch noch ~ Die Minuten schienen endlos langsam zu verstreichen als der Bär dann endlich ganz das Interesse verlor und sich zurück zog.
Mit zitternden Händen und pochendem Herzen richtete sich die Auserwählte auf und lief zu ihrer tierischen Freundin. Vorsichtig sah sie die Wunde an die das Raubtier ihr zugefügt hatte. "Ach Noir warum hast du das getan" sie schluckte hart, versuchte weitere Tränen aufzuhalten doch sie flossen jetzt ununterbrochen. "Ich hätte verletzt werden sollen, ich!" schrie sie dann einfach in den Wald. "Warum glauben alle mich immer beschützten zu müssen, warum können sie nicht auch einmal an mich denken. An das was ich dabei fühle" die Worte brachen nur so aus ihr heraus. Ihr war es egal wenn sie niemand hörte. Es tat einfach gut, das auszusprechen was sie fühlte. "Ist es, ist es weil ich die Auserwählte bin? Ich kann mich doch selbst beschützten" eine Faust knallte auf den Waldboden und sie merkte wie Noir zusammen zuckte. "Ich es tut mir leid Noir" sofort bereute sie ihren Ausbruch, die Wölfin brauchte Hilfe und zwar schnell. Zum Glück wusste sie wo ein kleiner Bach war und man hatte ihr genug beigebracht wie man Tieren heilen konnte. Bei dem klaren Bach angekommen, wusch sie vorsichtig das Blut von dem Fell und von der Wunde und suchte dann nach großen Blättern und den Pflanzen die Tiere halfen. Den Rest musste Noir selbst schaffen. Immer wieder musste Varu sich vergewissern ob die Fähe noch atmete. All dies machte sie mit einer Ruhe von der sie gar nicht wusste das sie sie besaß. Sie war einfach nicht bei sich sondern mit den Gedanken weit entfernt, sie machte dies alles nur aus reinem Instinkt und auch dem Wissen von dem was sie gelernt hatte.
Da sie kaum mitbekam was um sie herum geschah, merkte sie auch nicht wie langsam die Sonne im Horizont erschien. Auch der Nebel verdeckte das helle Licht. Selbst jetzt hätte die Sonne Varu nicht glücklich stimmen können. Sie hatte sich zurück gezogen in ihre Welt. Weit weg von all dem Schmerz der sie in der Realitöt erwartete. Den Kopf der Wölfin hatte sie auf ihre Knie gelegt und strich ihr sanft über die Schnauze und die Stirn um Noir aber auch sich selbst einfach ein wenig zu beruhigen.

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Di Okt 22, 2013 9:20 pm

Eome & Ule/ Stamm des Tigers /Im Busch -> Dorf

Eome riss die Augen auf. Sie lag auf Ule's Brust und er hatte einen Arm um sie gelegt. Sein Brustkorb ging regelmäßig auf und ab. Er schlief noch. Eome sah sich um. Es musste kurz nach Sonnenaufgang sein. Der Waldboden war noch mit Schatten bedeckt und die Hitze war nicht so stark wie am Tag. In das Mooszelt fiel nur wenig Licht.
So vorsichtig wie möglich, um Ule nicht zu wecken, verlagerte Eome ihr Gewicht und tastete nach der Kette, die Mannakka ihr geschenkt hatte. Die kleine Schnitzerei schmiegte sich glatt und warm an ihre Finger und Eome fühlte die Form der Blüte. Was war nur falsch an dieser Kette? Hatte Manakka sie mit einem Zauber belegt?
Aber noch ehe sie weiter über den Traum nach denken konnte, spannten sich die Muskeln unter ihr an und der Arm, der sie umschlungen hielt gab Eome frei. Sie glitt von Ule und sah zu wie er sich genüsslich streckte.
"Morgen." seufzte er und rieb sich die Augen.
"Morgen." sagte Eome und grinste den verschlafenen Jungen an. Dann kroch sie aus dem Zelt hinaus und streckte sich selbst kurz. Auf einem Ast hing das schwarze Korsett, welches sie zum trocknen am vergangenen Abend auf gehängt hatte. Jetzt holte sie es und begann es um die Taille zu schnüren, während Ule sich stöhnend aufrappelte.

Kaum hatten sie einen Fuß in das Dorf gesetzt schossen alle Augen auf sie Der ganze Stamm kam angelaufen, wie die Schafherden zur Fütterung und warfen sich vor Eome hin, einige hielten ihr ehrfürchtig die Hände entgegen und riefen ihr Gebete zu. Sogar die Ältesten wichen gebeugt zurück als Eome mit Ule durch die kniende Menge ging.
"Sie haben dich für tot gehalten."flüsterte Ule ihr ins Ohr, als er ihren entsetzen Blick sah. Er führte sie am Arm weiter zu Manakka's Hütte. Diese stand im Eingang. Als die Kinder näher kamen breitete sie ihre Arme aus. Das orange gelbe Tuch um ihren Körper entfaltete sich wie breite Flügel und schlossen Eome ins sich ein. Dann verschwanden alle drei in der großen Hütte der Medizienfrau und ließen die verdutzen Mitglieder von Matawa draußen zurück.

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Mi Okt 23, 2013 6:53 pm

Sentaku/Stamm der Drachen/Bergspitze

Die Sonne stand im Zenit und wärmte die darunter liegenden Berge auf. Setaku war schon seit Stunden hier, meditierte und schaffte es zum ersten Mal, sich zu entspannen und ihre Energie durch sie hindurchfließen zu lassen. Der warme Schatten blieb durchgehen neben ihr und flüsterte ihr immer wieder, wie durch einen Schleier, Anweisungen und Ermutigungen zu. Davor verspürte sie schon ein leichtes Kribbeln in ihren Füßen. Zuerst dachte sie, sie wären eingeschlafen, doch dann kam Hitze dazu, und das Gefühl breitete sich in ihrem ganzen Körper aus. Hätte Marlù sie nicht zurückgehalten, wäre sie schon längst zurückgeschreckt und hätte somit ihre Konzentration zerstört. Nun saß sie da, ganz still, am ganzen Körper kribbelnd und wartete, bis sich der Gott wieder meldete. Zunächst geschah nichts. Doch dann roch Sentaku etwas, etwas dass sie nicht einordnen konnte. Es war ein Gemisch von Erde und eiskaltem Wasser, jedoch kein Schlamm. Es roch frisch und erweckend, als würde man kräftig in eine Zitrone reinbeissen, also genauso penetrant. Und sie wusste sofort, dass Marlù höchstpersönlich bei ihr sein musste. "Öffne deine Augen", flüsterte die Stimme, jedoch nun viel lauter und tiefer. Sie tat, wie ihr geheißen und erblickte am anderen Ende der Ebene eine Gestalt.
Er hatte einen langen, ärmellosen weißen Mantel an, der bis zu seinen Knöcheln reichte, darunter erblickte sie braune Lederstiefel. Eine weite Kapuze verdeckte sein Gesicht bis unter die Nase und ein großer Rubin prangte auf seiner Stirn. Obwohl seine Augen verdeckt waren, schien er sie sehen zu können, da er anfing leicht zu grinsen. "Das hast du wohl nicht erwartet, was?"
"Das Gesicht zeigst du mir also nicht, aber dafür deine Gorilla-Arme?" (-->Thor ^^)
Das Lächeln verschwand wieder und er griff unter seinen Mantel auf seinem Rücken und zog ein langes Schwert heraus.
"Ich werde dir das Vorlaute noch schon austreiben, keine Sorge."
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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Mi Okt 23, 2013 8:37 pm

[ Varu / Wald ]

Irgendwann musste sie nochmal eingeschlafen sein, denn als die Augen wieder öffnete war die Sonne ein Stück weiter gerückt. Noir lag noch neben ihr und hatte die Augen geschlossen. Zuerst glaubte Varu sie hätte die Nacht nicht überlebt, doch dann sah sie wie die Wölfin die Brust hob und senkte. Und ein erleichterter Seufzer kam aus ihren Lippen. ~ Ich muss sie zu ihren Welpen bringen, doch die Frage ist wo ist das Versteck ~ Vorsichtig stand Varu auf und hob Noir mit sich. Die Wölfin schien leicht zu sein, obwohl sie doch nicht das kleinste Tier war. Aber sie hatte schon so oft schwere Sachen getragen das ihr das nicht wirklich viel ausmachte. ~Verdammt in welche Richtung muss ich nur ~ Es war wirklich ärgerlich, dass sie nun jegliche Orientierung verloren hatte. Sie war einfach blind von dem Bär davon gelaufen ohne zu achten wohin. Doch das war ja irgendwie selbstverständlich, wer achtete auf seine Umgebung wenn man um sein Leben rannte. Auf gut Glück versuchte es Varu richtung Westen und lief dort entlang. Fast wäre sie über eine große Wurzel gestolpert und mitsamt Noir im Arm nach vorne gestürzt. Aber sie hatte es noch geschafft sich zu halten und lief nun weiter.
Dann sah sie endlich einen Baum, denn sie sehr gut kannte und wusste wo sie sich befand. Sanft fuhr sie über die weiße Rinde der Birke und sah kurz nach Oben. ~ Ich habe keine Zeit für so etwas ich muss Noir zu den Welpen bringen ~ sofort wante sie ihre Aufmerksamkeit wieder den Weg zu. Ab jetzt wusste sie genau wohin sie musste. Nach weniger Zeit und ohne weiterem stolpern kam sie bei der kleinen Felsgrotte an. Sie hörte die Welpen schon von weiten, sie fiepten leise und suchten nach ihrer Mutter. "schht ihr kleinen wir sind schon wieder da" flüsterte sie leise und sprang zu ihnen um sie zu beruhigen. "Alles wird wieder gut" sie legte Noir sanft ab und sah wie die Welpen zu ihr liefen und sie beschnupperten und leise winselten. Dieser Anblick schmerzte Varu sehr und sie lehnte sich an einen Felsen in ihrer Nähe. Sie würde nun für die Welpen sorgen müssen, bis es Noir wieder besser ging.

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Do Okt 24, 2013 2:55 pm

Zet/Stamm der Drachen/auf dem Weg zum Treffpunkt

"Wir machen hier am Besten ein Lager auf", meinte Cinta, während er den Mund weit aufriss und gähnte. Zet, der mal wieder die Augen verdrehen musste, stimmte ihm zu und setzte seinen Lederbeutel neben einem Baumstamm ab. Der Schamane und der Krieger waren schon seit Dämmerung auf den Füßen und sind seitdem durchgehend gewandert. Deshalb war es ihnen nicht zu verdenken, dass sie sich beide einfach gegen einen Stamm lehnten und die Augen schlossen. Zet war kurz vorm Einschlafen, doch Cinta murmelte: "Wie stehst du eigentlich zur Auserwählten?" Zuerst dachte der Gefragte daran, einfach so zu tun, als schliefe er, doch er entschied sich schlussendlich andersherum. "Ich war ihr Trainer." "Ich weiß, dass da mehr war." Er seufzte tief.
"Wie gesagt, ich war ihr Trainer, also hatten wir mehr miteinander zu tun, als der Rest des Dorfes. Also.....nicht mehr." Er hörte noch, wie Cinta schnaufte und dann grummelte. "Glaubst du mir etwa nicht?" Langsam nervte es ihn. "Nein, eben nicht. Da du anscheinend der Einzigste bist, mit dem sie 'freiwillig' Zeit verbringt, dachte ich, dass ihr was.....Besonderes habt....oder so." -Ist er jetzt völlig durchgeknallt?- "Weißt du was? Wenn du Probleme damit hast, ist mir das egal. Es wäre sowieso deine Schuld, weil du dich genauso fern von ihr gehalten hast, wie die anderen des Dorfes. Also, entweder du haltest den Mund und lässt mich endlich schlafen oder ich werde dir Marlù auf den Hals setzen. Verstanden?" Nach einem Rascheln, das verursacht wurde, als Cinta sich zurechtlegte, folgte eine nicht so angenehme Stille. -Na, endlich.- Doch Zet plagten diese Nacht mehr Gedanken, als er sich wünschte, und er schaffte es erst mitten in der Nacht einzuschlafen.
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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Do Okt 24, 2013 3:18 pm

[ Varu / Stamm der Wölfe / Wald ]

Mit geschlossenen Augen, lausche sie den Wölfen die um sie herum sprangen und miteinander rauften. Welpen waren einfach ausgelassen. Sie hatten zwar bemerkt das es ihrer Mutter nicht gut ging und auch kurz waren sie besorgt gewesen, doch Varu's Anwesenheit hatte sie dazu gebracht, das es wohl nicht allzu schlimm war und nun tollten sie wieder herum sprang auf das braunhaarige Mädchen und keiften ihr leicht in die Schulter oder manchmal auch in die Wange. Normalerweise hätte sie gelacht und mit ihnen mitgespielt, doch dieses Mal blieb sie einfach sitzen und behielt die Augen geschlossen. Nun war der Morgen schon sehr weit voran gerückt und die Sonne wärmte sie. Auch wenn sie nur wenig durch den Nebel drang, der stets herrschte.
~ Sie werden mich bestimmt schon vermissen, aber Lewis wird ihnen schon sagen das ich meine Zeit brauche, ich brauche sehr viel Zeit, ich werde eine Weile nicht zurück ins Lager gehen. Ich muss hier bleiben mich um die Welpen kümmern und dann muss ich zu diesem Treffen. Ich will wissen was sie dort besprechen und warum es so dringend war. ~ Langsam blinzelte das Mädchen und ihre Sicht wurde klar und die Dunkelheit verschwand. Ein Tag war vergangen seitdem Scáthaigh bei ihr gewesen war. Eigentlich hatte sie stets das Gefühl er sei bei ihr, bis auf heute. Denn alles was sie fühlte war leere, es war so als hätte selbst ihr einigster wahrer Freund sei verlassen.  Natürlich hatte sie noch weitere Freunde im Dorf, aber diese hatten alle Respekt vor ihr und trauten sich oftmals nicht sie selbst zu sein in ihrer Nähe, da sie immer fürchteten der Gott würde sie bestrafen wenn sie etwas falsches sagten. Welch eine dumme Einstellung doch das immer war. Erneut seufzte Varu leise und drehte den Kopf zu Noir, sie schlief noch immer. ~Es ist gut wenn sie sich ausruht, dann heilen die Wunden schneller ~ Ein kleiner Vogel landete auf einem Ast in ihrer Nähe und zwitscherte fröhlich vor sich hin, so als wäre nichts geschehen. Fast wirkte es als wäre alles ganz normal, doch es würde nicht mehr normal sein, denn ab jetzt würde sich alles ändern.

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Do Okt 24, 2013 3:53 pm

Eome/Stamm des Tigers/ Manakka's Hütte -> Busch

"Werden die anderen Auserwählten auch da sein?" fragte Eome neugierig. Manakka hatte ihr von ihrem Schreiben an die anderen Stämme berichtet und Eome konnte sich dafür ohrfeigen, dass sie nicht dabei war.
Manakka überlegte kurz. "Ich weiß es nicht. Die Ältesten entscheiden das zusammen mit den jeweiligen Spirituellen Führern." Sie ging zu dem Lehmtisch und stopfte ein Hirschfell, das als Decke diente, in einen Lederrucksack. "Wenn es für die Ältesten zu anstrengend wird schicken sie nur die spirituellen Führer und einen Jäger auf die Reise. Der Treffpunkt liegt ungefähr in der Mitte des Festlandes, so das der Weg für alle drei Stämme beinahe gleich lang sind. Ule, ich habe dich ausgewählt uns zu begleiten." Bei ihrem letzten Satz wandte sich die Schamanin zu dem Jungen, der neben Eome auf dem Bett saß.
In Eome's Bauch wirbelte Freude auf. Die Reise konnte nur schön werden, wenn ihr treuer Freund sie begleitete. Besser als einer von diesen ernsten und mürrischen jungen Jägern, wie zum Beispiel Yzeku (mit dem sie die Ältesten verheiraten wollten). Hochgewachsen muskulös wie Ule und er war zu ihr zwar immer freundlich aber niemals fröhlich. Eome fragte sich manchmal ob die Jäger überhaupt wussten, dass ihre Mundwinkel sich auch nach oben bewegen konnten.
Deswegen war es gut, dass Eome jetzt auf diese Reise gehen konnte. So würde sie Abstand finden und Urlaub vom Dorf und den Plänen der Ältesten haben.
"Was wird bei der Versammlung denn eigentlich besprochen?" Sie dachte darüber nach, wie Takacura in Manakka's Traum auftauchte, schön wie alle Blumen der Welt. ~Wieso hat sie mir gegenüber nichts erwähnt?~, wunderte sie sich im Stillen. Die Schamanin schnürte eben den Lederrucksack zu und warf ihn zu Ule, der ihn aus der Luft fing.
"Zuerst begrüßen wir einander. Weißt du, es ist auch für mich sehr aufregend. Ich kenne die Führer der anderen Stämme nicht. Es ist lange her seit die Wölfe, Drachen und Tiger das letzte Mal zusammen gekommen sind.
Ich werde ihnen schildern, was Takacura mir genau erzählt hat und vielleicht haben sie auch eine Botschaft von Marlù und Scáthaigh erhalten. Dann werden wir diskutieren, reden und beraten, was nun getan werden muss."
Eome nickte nachdenklich. Manakka hatte sie in der Geschichte der anderen Stämme unterrichtet. Sie wusste, wer die Götter waren und wo die anderen Völker ihre Heimat hatten und wie sie lebten. Ihr Herz raste vor Aufregung und Vorfreude. Sie war so glücklich, dass sie ihre Ziehmutter dorthin begleiten durfte und sie war neugierig.
"Wann brechen wir auf?"
"Jetzt. Die Ebbe wird heute Abend sein. Wir müssen zu diesem Zeitpunkt am Strand sein, und uns beeilen. Sollte uns die Flut überraschen während wir die Felszunge überqueren, werden wir ertrinken." Manakka sagte das so unberührt, als würde sie erklären wie man einen Kreisel schnitzt. Aber Eome zuckte trotzdem zusammen. Klar! Gefahren gab es ja auch noch. Die Reise würde wohl doch kein netter Spaziergang werden.

Die Sonne wanderte ruhig und beständig über den Himmel.
Eome hing sich ihr Messer an ihr Korsett - unterwegs wollte sie sich einen neuen Bogen machen - und einen Trinkbeutel um die Hüfte. Ule hatte den Rucksack von Manakka um die Schultern gebunden, dazu auch einen Trinkbeutel und seinen Speer in der Hand. Manakka hielt ihren dicken knorrigen Wanderstock und stützte sich leicht darauf. Um ihre Handgelenke und Fußknöchel klirrten die bunten Ringe, wie auch die vielen unterschiedlichen Perlenketten um ihren Hals. Die Schamanin hatte versprochen, dass der Weg zur Küste nicht lang wäre, sie sollten vor Sonnenuntergang bereits dort ankommen. Dann würden sie ein Lager aufschlagen und warten bis es Ebbe wird. Eome schritt, guter Laune, hinter Manakka her. Sie hatte sich in letzter Minute noch dafür entschieden ihre kleine Trommel mit zu nehmen. Diese baumelte jetzt an einem Gürtel um ihre Hüfte bei dem Trinkbeute. Ule ging neben ihr und so wanderten sie durch den Busch immer weiter nach Norden zu dem Kanal der ihre Insel vom Festland trennte.

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Sa Okt 26, 2013 8:25 pm

Zet/ Stam der Drachen/ auf dem Weg zum Treffpunkt

Zet träumte von einem weißen Drachen, der am Himmel seine Runden flog. Er betrachtete seine weiten, imposanten Schwingen und beobachtete die Reflektionen seiner Schuppen von der Sonne. Das anmutige Tier sah immer wieder zu ihm nach unten und stieß einen markerschütternden Schrei aus. Der Schamane wusste nicht, was er von ihm wollte, doch er erkannte die Schreie als Warnung. Nur wovor? "Was willst du mir sagen, Marlù?", schrie er dem Drachen entgegen, doch dieser antwortete mit einem weiteren Schrei und flog seine Runden weiter. Verwirrt starrte Zet Marlù weiterhin an, hoffend ein Zeichen zu erkennen, dass er verstand. Plötzlich bemerkte er eine Bewegung am Rande seines Sichtfeldes. Ein Falke, jedoch größer, als er jemals einen gesehen hatte, flog in einem Bogen auf die Göttergestalt zu und flog im Sturz auf seinen Rücken. Der Drache weichte aus und fauchte den Riesenfalken an. Die beiden imposanten Tiere flogen nun zusammen in einem Kreis, weichten aus und griffen sich gegenseitig an. In der Ferne hörte der Schamane den Ruf eines Wolfes, das sich bis zum Ende in ein tiefes Knurren verwandelte. Dann Schwärze....

Ein heftiges Schütteln an seiner Schulter ließ Zet aufschrecken. Es war noch dunkel, doch man konnte schon einen orangen Streifen am Horizont ausmachen. "Wir müssen weiter", meinte Cinte, der seine Sachen in seinen Lederbeutel stopfte und diesen dann auf dem Rücken band. Immer noch verwirrt und benommen, rappelte sich der Schamane auf und fing an, seine Sachen einzupacken. "Hast du heute etwa nicht geschlafen?", der Krieger kam ein paar Schritte näher und betrachtete Zets Gesicht aus der Nähe. "Du siehst nämlich fürchterlich fertig aus. Augenringe, müde Lider und so..." Er dachte an seinen seltsamen Traum zurück. Er hatte geschlafen, doch wann immer wieder Marlù in seinen Träumen auftauchte, schien es fast so, als hätte er in dieser Nacht kein Auge zugetan. Doch Cinta würde er nichts davon erzählen. So etwas war sehr persönlich. Er würde es höchstens Manakka und später dann auch Sentaku erzählen müssen. "Einbildung...", murmelte er und ging voraus. "Komm schon, oder wir kommen noch zu spät!"
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Scáthaigh
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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Sa Okt 26, 2013 10:43 pm

[Varu / Stamm der Wölfe / Wald - Weg zum Treffpunkt]

Noch eine Weile blieb sie bei den Welpen dann stand sie auf, sie musste jagen gehen und ihnen etwas zu fressen geben, denn sonst würden sie noch hunger leiden bis sie wieder kam und das wollte sie ganz und gar nicht. Den Boden sucht sie nach einem spitzigen Stein ab, den sie als Waffe verwenden konnte, schließlich wollte sie nicht das ihre Beute leidete. Niemand hatte es verdient einen grausamen Tod zu sterben. Als sie etwas gefunden hatte was sich einigermaßen eignete, schlich sie wie ein leiser Schatten über den Waldboden und lauschte den Geräuschen der Wildnis. Ein leises Schaben von Krallen auf einem Baum, verriet ihr wo eine Wildkatze sich befand, doch das war keine Beute für sie also ging sie weiter. Bald hörte sie den leises Schrei eines Rebhuhnes. ~ Das schnappe ich mir ~ dachte sie sofort und achtete nun genau worauf sie trat, den diese Tiere waren wirklich schnell und schreckhart. Sie sah den Umriss des Huhnes und wartete ab. Sie musste den besten Zeitpunkt erwischen. Als sich das Tier den Kopf senkte um ein Kornz aufzupucken stürzte sich Varu nach vorne und erwischte es. Mit einer geschickten Bewegung beendete sie das Leben der Beute ohne das sie groß leiden musste. Es war ein schneller und leiser Tod gewesen. Zufrieden damit kehrtre sie zurück zu den Wölfen und gab ihnen die Beute. Sie waren schon groß genug so das sie das Fleisch selbst beißen konnte und sie es nicht vorkauen musste wie es die erwachsenen Wölfe sonst taten wenn ihre Jungen noch nicht alt genug waren. Mit einigermaßen gutem Gewissen konnte sich Varu nun auf den Weg zu dieser Versammlung machen, sie hatte nicht vor sich zu zeigen, aber sie wollte wissen was sie dort besprachen. Ohne Pause zu machen lief sie richtung Küste wo der Platz war, denn nur dann alle erreichen konnten wenn Ebbe war. Mit dem Tempo das sie gerade hatte, würde sie sogar frühzeitig ankommen.

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   So Okt 27, 2013 10:33 pm

Eome/Stamm des Tigers/ --> zum Kanal

"Die Rosen?"
"Nein."
"Die Vogelbeeren?"
"Noup."
"Ääähm…Die Blume auf dem Ast da?"
"Haha, die sehe ich erst jetzt."
"Bekomme ich einen Tipp?"
"Noup."
"Ufff…Eine von Manakka's Halsketten?"
"Welche?"
"Was? Das sind sicher über Fünfzig! Das ist nicht dein Ernst! Äääähm… diiiie Vierte von oben?"
"Genau!"
"Wirklich?? Ok. Ich sehe was, was du nicht sieht und das ist … Grün."
"Das ist gemein! Wir sind im Busch. Hier ist alles Grün!"
"Die Bananenglocke links vor uns.", das war Manakka.
"Manakka!" jammerte Ule, "Wenn du dich einmischt ist es langweilig." Und Eome kicherte.
Sie waren jetzt schon eine ganze Weile unterwegs, Manakka immer voraus. Eome's Magen knurrte wie ein wütender Panther. Das letzte Mal, dass sie etwas gegessen hatte lag schon mehr als einen Tag zurück. Aber sie sagte nichts. Sie mussten die Felszunge erreichen bevor die Ebbe eintraf. Verzögerungen konnten sie sich keine leisten. Also versuchte Eome ihren Magen zum Schweigen zu bringen und ging neben Ule her.
"Es ist nicht mehr weit, Kinder." rief Manakka zurück.
~Ja. Das hat sie vor zwei Stunden auch schon gesagt.~ dachte das Mädchen grimmig und hielt sich den Bauch.

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Mo Okt 28, 2013 6:48 pm

Zet/Stamm der Drachen/-->Treffpunkt

"Stopp, wir sind da", Cinta blieb verwundert stehen und betrachtete seine Umgebung. Es war eine weite Ebene, durch die sie schon längere Zeit gingen. Beinahe überall lag Sand und ab und zu ragten kleine bis große Felseninseln aus dem Boden und spendeten Schatten.
Er drehte sich wieder zu dem Schamanen, der sich hinsetzte und sich gegen einen der besagten Felsen zu lehnen. "Wie meinst du das 'Wir sind da? Wir sind irgendwo im nirgendwo." Wieder drehte sich der Krieger verwirrt im Kreis. Als er sich um seine eigene Achse drehte, erkannte er am Horizont einen blauen Streifen und erstarrte. "Ist....ist das das Meer?" Überrascht stand der Schamane auf und blickte in die gleiche Richtung. "Die Ältesten hatten Nichts davon erwähnt...", murmelte er nur. Natürlich wussten die Beiden vom Meer, hatten viele Geschichten von seinen Lebewesen gehört, doch nie hatte einer von ihnen es je gesehen. Als Cinta einen Schritt darauf zugehen wollte, hielt Zet ihn an seinem Handgelenk fest. Mit einen fragenden Gesichtsausdruck sah er ihn an. "Wir schlagen hier unser Lager auf. So nah am Treffpunkt zu sein, wäre kein Vorteil für uns. Das Treffen findet sowieso bald statt, wir müssen uns noch gedulden." Erst jetzt bemerkte Cinta, wie kindisch er sich verhielt und stimmte dem Schamanen nickend zu. Sie setzten sich beide hin und starrten wie gebannt darauf, dass sich das Wasser teilte und weitere Mitglieder der Versammlung offenbarte.
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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Di Okt 29, 2013 5:08 pm

[Varu / Stamm der Wölfe / Auf den Weg zum Treffpunkt ]

Noch einmal faltete sie den Brief auseinander und las ihn sich genau zu. Ja sie trafen sich nahe der Küste. Dort wo die Mitglieder des Tigerstammes nur dann hinkamen wenn Ebbe herrschte. ~Ob das mit Absicht war, das sie diesen Ort gewählt haben?~ fragte sie sich für einen Moment in Gedanken und blieb stehen. ~ Okey, bin ich jetzt überhaupt noch auf dem richtigen Weg?~ Suchend sah sich Varu um, versuchte etwas zu erkennen, aber alles was sie sah waren.... Bäume. Und wie es Bäume so an sich hatten, sahen sie fast alle gleich aus. ~ Nein ich habe mich nicht verlaufen~ endlich fand sie das Zeichen nach dem sie Ausschau gehalten hatte. Eine kleine Wolfspfote war in einen umgefallenen Baumstamm geritzt worden. Ein Wegweiser für all jene die sich im Wald nicht so gut auskannten, oder in diesem Teil des Waldes noch nie waren, so wie Varu. Erleichtert wieder auf dem richtigen Weg zu sein stürmte sie Voran und konnte schließlich das leise Rauschen des Meeres vernehmen. Es konnte also nicht mehr weit sein. Jedoch wurde sie nun vorsichtig, da sie sehr nahe an der Grenze zu den Drachen war und denen wollte sie nun wirklich nicht begegnen. Zumal sie dann fragen würden wo Irash blieb. In der Ferne konnte die Auserwählte stimmen vernehmen. Leise aber sie waren da. Noch Aufmerksamer schlich sie weiter, machte kein Geräusch und kletterte flink auf einen Baum um zu sehen wie weit es noch war. Voller Erstaunden sah sie zu dem großen Wasser das sich vor ihr nun ausbreitete. Schier unendlich schien sich das Meer über den Horizont zu ziehen und nie mehr ein Ende nehmen. ~ Wow, so habe ich es mir nicht vorgestellt ~ dachte sie kurz und dann entdeckte sie weiter entfernt zwei Personen, die eindeutig Drachen waren, die wohl gerade ihr Lager aufschlugen. Sie schienen nicht zu wissen, dass sie der Grenze der Wölfe so nahe waren.

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Di Okt 29, 2013 10:16 pm

Eome/Stamm des Tigers/ Strand--vor der Felszunge zum Festland

Bevor der Dschungel dem Sand des Strandes wich, fanden die drei Reisenden einen Haufen Steintrümmer. Manakka setzte sich zu einem großen Brocken, der Schutz vor der Nachmittagssonne bot und schloss die Augen.
"Ule, bitte leg denn Rucksack einfach hier hin." Sie klopfte auf des Gras neben sich.
"Ich denke ich kümmere mich dann mal um das Abendessen." sagte er nach dem er sich aufgerichtet hatte. An Eome fügte er hinzu, "Du kannst schon mal ein Feuer machen."
"Nein!", protestierte Eome. "Ich will mit gehen, jagen"
Ule legte ihr eine Hand auf den Arm. "Ich weiß, aber du hast deinen Bogen nicht. Und so hätten wir schneller etwas zu Essen."
"Vorausgesetzt du fängst etwas. Ich könnte dir doch helfen."
"Eome, wir wären aber viel schneller, wenn wir uns die Arbeit aufteilen."
"Warum muss ich dann das Feurer machen? Nur weil ich eine Frau bin?"
"Was?! Das hat damit nichts zutun!" Ule warf die Hände in die Luft.
Eome sah das Ule sich das Lachen verkniff. Er machte sich lustig über sie. Beleidigt verschränkte sie die Arme vor der Brust. Manakka mischte sich jetzt ein, "Eome, meditiere!"
Das wars. Manakka war nicht nur ihre Ziehmutter sondern auch ihre Lehrerin im Bereich der Geisterwelt und der Heilung. Sie hatte ihr gelehrt mit den Kräften der Auserwählten um zugehen und jedes Lebewesen zu respektieren. Ohne ein weiteres Wort setzte Eome sich auf den Boden, die Arme immer noch wie ein stures Kind verschränkt. Sie schloss die Augen und beruhigte sich.

Das Feuer brannte und knisterte schon als Ule mit zwei Wachteln und einem Hasen zurück kam. Eome schnitt mit die Köpfe ab und trennte das Fell vom Fleisch. Sie war enttäuscht. Sie hatte gehofft Ule würde etwas Größeres reisen.  Ein Reh vielleicht, oder etwas dessen Sehne sie für einen neuen Bogen verwenden konnte. Ohne ihren Bogen fühlte sie sich schutzlos. Er war ihre Verteidigung und ihr Überleben. Eome war eine ausgezeichnete Bogenschützin. Noch nie hatte sie ihr Ziel verfehlt.
Lustlos zog sie das gebratene Stück Wachtelfleisch von einem Holzspieß.

Als die Sonne weit voran gewandert war und die Umgebung lange Schatten warf, kletterte Eome auf den Trümmerhaufen und legte sich auf zwei Felsen, die eine Liege bildeten. Nach dem Essen hatte sie - wie es der Brauch verlangte - die Köpfe der Tiere im Busch vergraben, um der Natur zurück zu geben was sie genommen hatten.
Jetzt waren sie alle satt. Manakka schlief und Ule tüftelte neben der Feuerstelle an den Tierfellen herum. Versunken in ihre Gedanken klopfte Eome einen Rhythmus auf ihrer kleinen Trommel und summte dazu. So vertrieben sie sich die Wartezeit.

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»Fantasie ist die Realität der Träume,
Flügel der Schlüssel zur Freiheit,
und Güte der Salbei des Herzens!
Die Grenzen zwischen Traum und Realität setze dir selbst,
und dir wachsen Flügel der Freiheit.
Die Freiheit bringt Güte und du wirst Herzen heilen.
So lass deine Träume Wahrheit werden!«
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Sentaku

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Mi Okt 30, 2013 6:26 pm

Zet/Stamm der Drachen/Treffpunkt

Cinta schaute um sich und rutschte unruhig auf seinem Platz herum. Der Schamane versuchte, ihn zu ignorieren, bis der Krieger anfing, hin und wieder tief zu seufzen. Zet, der gerade seine Sais zurecht schliff, verdrehte die Augen. Eigentlich waren die beiden Männer im gleichen Alter, und doch schienen sie so unterschiedlich zu sein, wie es nur geht. Nach wenigen Minuten, gab er es auf, legte seine Waffen nieder und sah seinen Reisegefährten an. "Hast du Läuse, oder was?" Ohne auf die Provokation einzugehen, meinte Cinta: "Riechst du das denn nicht? Das macht mich schon die ganze Zeit kirre." Fragend nahm der Gefragte einen tiefen Zug durch die Nase und bemerkte erst da den leichten Geruch nach nassem Hund. "Ich versteh nur nicht, warum mich das so nervt..."
"Meinst du das etwa ernst? Das lernt man doch schon im Unterricht." Cintas Blick blieb verständnislos. "Du riechst gerade die Wölfe. Ihr Territorium wird wohl hier in der Nähe sein. Wir könne von Glück reden, dass wir keiner Patrouille begegnet sind."
"Ich hab doch keine Angst von den Kötern! Ich wurde extra dafür trainiert, sie zu schlagen."
"Das Gleiche gilt auch bei ihnen. Ich verstehe dich schon, doch musst du daran denken, dass dieser Hass auf Gegenseitigkeit beruht." Der Krieger schnaufte verächtlich und rutschte weiterhin unruhig herum, als würde er beobachtet werden. Um das Thema zu wechseln fragte er: "Wer kommt eigentlich aller?"
"Der Brief kam von der Schamanin der Tiger, eine Frau namens Manakka. Die Wölfe werden auch einen bekommen haben. Ich weiß nicht, ob ihre Auserwählten mitkommen werden, aber es sollten sich alle Schamanen versammeln." Bei dem Gedanken, endlich auf Wölfe zu treffen und gegen sie kämpfen zu können, erhellte sich Cintas Blick.
"Und wann ist es soweit?"
Zet starrte in den Himmel und wirkte eine Zeit lang, wie in Gedanken versunken. Zuerst dachte Cinta, er würde überhaupt nicht mehr antworten.
"In etwa zwei bis drei Stunden sollte die Ebbe kommen. Also ruh dich noch ein wenig aus, klar?" Ohne auf eine Antwort zu warten, setzte sich Zet in den Schneidersitz und meditierte, in der Hoffnung, Marlù könnte ihm dann Antworten gegen. Doch es schien so, als würde der Gott ihn zurückstoßen. Als hätte er etwas Wichtigeres zu tun.
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Eome

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BeitragThema: Re: Im dritten Mond.   Mi Okt 30, 2013 9:34 pm

Eome/Stamm des Tigers/Felszunge

Eome löste ihren Blick vom dämmrigen Himmel.
Im Westen waren alle Wolken in ein glühendes Gold getaucht, nach Osten hin färbte sich das große Himmelszelt langsam violett. Wenige Sterne waren schon wach und funkelten munter auf die Erde herab.
Ule war neben Eome geklettert. Er reichte ihr zwei graue Fellstücke, die mit Leder zusammen gebunden waren. "Hier." sagte er mit einem breiten Grinsen. Eome setzt sich auf und nahm die Felle entgegen. "Das sind neue Armschoner. Fürs Bogenschießen."
Eome begutachtete sie. Jeder Fellfetzen war rechteckig zusammen genäht und hatte eine Lederschnur um sie um das Handgelenk zu binden. Sie waren hübsche und das graue Fell war richtig weich. "Oh danke, Ule! Die sind traumhaft." rief sie entzückt und umarmte den Jungen. "Bedank dich bei dem Hasen." sagte Ule und grinste noch breiter.
"Kommt, Kinder! Wir müssen los." Manakka deutete von unten auf den Strand. Eome und Ule folgten ihrem Blick und sogen fast gleichzeitig die Luft ein.
Sie beide waren ja schon oft zum Meer gegangen und hatten Fische gefangen, Muscheln gesammelt und sind geschwommen.  Der endlose blaue Teppich zog sich bis zur untergehenden Sonne hin. Eome hatte sich schon oft gefragt, ob sie nicht auf dieser langen leuchtenden Wasserspiegelung, welche die Sonne bis zum Strand warf, darauf gehen konnte. Vielleicht bis zum Horizont?
Aber was Eome jetzt vor sich sah, hatte sie noch nie gesehen. Das Wasser hatte sich vom Strand zurück gezogen und teilte sich direkt vor ihnen. Wo vor wenigen Minuten noch die Wellen mit ihren schäumenden Hüten auf den nassen Sand schlugen, lag jetzt ein steinerner Weg. Eome folgte ihm mit den Augen und am anderen Ende konnte sie klar das Festland sehen.
"Beeilt euch! Jetzt dürfen wir nicht mehr trödeln. Wenn uns die Flut einschließt sind wir verloren und die Felsen sind rutschig. Also haltet euch aneinander fest!" Manakka war auf gestanden und nahm in großen Schritten den Weg zum Strand auf. Ule schnappte sich den Rucksack und dann folgten sie der Schamanin.

Eome hatte sich das alles, am Anfang ihrer Reise, aufregend und lustig vorgestellt. Aber schon nach den ersten Schritten auf den nassen, von Algen bewachsenen Steinen änderte sie ihre Meinung. Sie klammerte sich verkrampft an Ule und gemeinsem setzten sie einen Fuß vor den anderen. Sie durften nicht ausrutschen, denn Links und Rechts von ihnen schlugen die Wellen nach ihnen, spritzte ihnen Salzwasser in die Augen und der Wind versuchte sie aus dem Gleichgewicht zubringen. Wie ein lauter Donnerschlag zerschellte das Wasser an den Felsen. Würden sie hinein fallen, würde die Strömung ihre Körper in Sekunden aufs offene Meer ziehen. Dazu konnte die Flut jeden Augenblick kommen und es war dunkel! Eome konnte den Weg nicht einmal richtig sehen! Es war die Hölle! Sie waren umzingelt von Gefahren. Eome fürchtet jeden Moment auf einen Seeigel zutreten, die machmal in richtigen Familien an den Steinen klebten. Fünf oder sechsmal rutschte sie mit den Füßen weg und Ule musste aufpassen, dass sie ihn nicht mit riss. Manakka rief immer wieder gegen den Wind, "Passt auf!" oder "Beeilt euch! Aber seid vorsichtig!"
Als das sichere Festland direkt vor ihnen lag, mussten Stunden vergangen sein. Jeden falls kam es Eome so vor. Nachdem sie kurz einen Blick über ihre Schultern nach hinten wagte, erschrak sie. Die Felszunge war nur zwanzig Meter hinter ihnen wieder komplett im Wasser verschwunden. Sie waren endgültig getrennt von ihrer Heimat.

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